Klais-Orgel begeistert Organist – Organist begeistert Publikum

Pressebericht Orgelkonzert Christian Bischof, Rottweiler Orgelkonzerte, 20. Mai 2017, Ruhe Christi Kirche

 

Wer am vergangenen Samstag die Zeit gefunden hatte, sich zum Orgelkonzert des Münchener Organisten Christian Bischof in die Ruhe-Christi Kirche einzufinden, erlebte einen mitreißenden Orgelvortrag. Der junge Organist, der an der Würzburger Musikhochschule, sowie ein Jahr lang in Schweden bei Hans-Ola Ericsson studiert hatte, erwies sich als bestens vertraut mit den Eigenheiten süddeutscher Barockorgeln und absoluter Kenner der dazugehörigen Literatur. Er setzte ganz auf deren große Stärken: farbige Beweglichkeit, Kontrastreichtum und klangliche Lebendigkeit. Höchst virtuos perlte etwa die Toccata terza von Johann Caspar Kerll durch den Raum. Hier mischte sich italienischer Stil mit der „goldenen“ Klanglichkeit der damals „neuen“ süddeutschen Orgel. Der Biberacher Organist und Komponist Justin Heinrich Knecht kann als einer der Wegbereiter einer neuen Orgelbehandlung zur Zeit der Wiener Klassik gelten. Er war mit seinem „Nachspiel in d“ ebenso vertreten wie sein Zeitgenosse aus Regensburg, P. Theodor Grünberger. Aus dem zeitlosen Repertoire von Johann Sebastian Bach, wählte Bischof dessen großdimensioniertes Triptychon „Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur“, BWV 564, sowie die große Choralbearbeitung „Christe, aller Welt Trost“ aus dem „Dritten Teil der Klavierübung“. Danach führte der Weg mit Wolfgang Amadeus Mozarts Fantasie in d-Moll, KV 397 in die Wiener Klassik. Mozart orientiert sich in dieser Komposition überaus stark am empfindsamen Stil des ältesten Bach-Sohnes Carl-Philipp Emmanuel. Kleingliedrigkeit und ruppiger, eruptiver Charakter bei gleichzeitiger höchster handwerklicher Meisterschaft kennzeichnen die musikalischen Eigenheiten des Bach-Sohnes, der auch für Ludwig van Beethoven als wichtigstes Vorbild fungierte. Die Mozartsche Originalkomposition für Klavier war hier in einer Bearbeitung für Orgel zu hören. Die neue Klais-Orgel, die ganz explizit eine Stilkopie im empfindamen Stil sein soll, kam hier voll auf ihre Kosten. „So gut wie hier habe das Stück noch nirgendwo geklungen“, freute sich der Organist. Er frage sich, warum nicht viel mehr Wirbel um dieses unglaubliche Instrument gemacht werde.

 

Dass auch die Musik der Romantik mit Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy wurde zum Schluss des Konzertes eindrucksvoll demonstriert: Schumanns Skizze in Des-Dur, Op. 58,4 hatte zwar einen ungewöhnlichen Farbanstrich, bedingt auch durch die ungleichschwebende Stimmung der Orgel, klang aber sehr überzeugend. Grandios und jubilierend endete das Konzert mit Mendelssohns Sonate in B-Dur. Hier musste die Orgel alles geben, was in ihr steckte. Der erlesene Zuhörerkreis bedankte sich mit viel Applaus, so dass Bischof noch die „Toccata alla Rumba“ des Wiener Stephansdom-Organisten Peter Planyavsky, sowie spontan noch einen weiteren Mozart Satz, Andante cantabile aus der Klaviersonate KV 330, zum Besten geben durfte.

 

Das nächste Konzert der Reihe „Rottweiler Orgelkonzerte“ findet am Samstag, 8. Juli um 19:15 Uhr in der Ruhe-Christi Kirche statt. Es spielen Studierende der Orgelklasse von Prof. Stephan Johannes Bleicher aus der Hochschule für Musik in Trossingen.

 

CD: Music for a while

Joachim Wohlgemuth, Caroline Busser ( Cello ), Christian Bischof ( Orgel ) - ( Spektral, Note One )

Veröffentlicht am Juli 5, 2016 von Sven Godenrath

Bei dieser doch als außergewöhnlich einzustufenden CD wird der Verfasser einige Stücke herausgreifen und kurz erläutern; angefangen mit dem Konzert g-moll für 2 Violoncelli von Vivaldi. Spannungsgeladen und ungemein differenziert in der Dynamik, was die Interaktion der 2 Celli mit der Orgel anbelangt. Einfach grandíos. Schon nach den ersten Sekunden nimmt einen diese Aufnahme gefangen. Das Klangbild im zweiten Satz kann man nur als warm, gefühlvoll und ungemein erotisch beschreiben. Auch das darauffolgende Largo von Bach wird grandios ausgedeutet. Bei Muffat’s Toccata Septima in C-Dur begeistert zwischen der 4. und 6. Minute das berückend berührende Orgelspiel. Beeindruckend, wie das  „Abendlied“ von Rheinberger interpretiert wird, in dessen Verlauf man meint, Händels „Ombra mai fu“ wieder zuerkennen. Beeindruckend, mit welcher schwebenden Leichtigkeit die Celli die Sonate von Breval interpretieren. Diese CD, die mit dem Abendsegen von Humperdinck abschließt, ist ein ganz großer Wurf.

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Faszination "Orgel"

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Christian Bischof spielte in Bernau

 

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Als säße man in einer Verdi-Oper

Christian Bischof dirigierte die 1811 komponierte Einsiedeln-Messe von Simon Mayr 

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Stilsichere Liebe zum Detail

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Ein Festival der Töne, Klänge, Sinne

Scheyern (PK) Erstklassige Solisten, ein harmonisch musizierendes Orchester und eine geschmackvolle Musikauswahl: Einen krönenden Abschluss hat die diesjährige Reihe der Sommerkonzerte im Kloster Scheyern mit einem Open-Air-Konzert im festlich illuminierten Hof vor rund 800 Zuschauern gefunden. 

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Ganz große Kirchenmusik

Scheyern (PK) Einen festlichen Beginn der Adventszeit haben die Zuhörer am Wochenende in der Scheyerer Basilika genossen. Gleichzeitig feierte Christian Bischof als musikalischer Leiter den gelungenen Abschluss seines Wirkens im Kloster Scheyern.

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G. F. Händel - "MESSIAH"

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Reinhard Keiser - Markuspassion

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Kirchenmusiker mit Leidenschaft

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"Bravo"-Rufe in der Basilika

Scheyern (PK) Mit einer musikalischen Kostbarkeit läuteten die Benediktinermönche der Abtei Scheyern jetzt ihre neue Sommerkonzertreihe ein. Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Christian Bischof hatte der Basilikachor die „Petite messe solennelle“ von Gioachino Rossini einstudiert.

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Orgelkonzert in Kloster Banz

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Dichte, spannungsreiche Atmosphäre in musikalischem Neuland

ROTTWEIL, 24. August (ww) - Das 5. Sommerkonzert im Heilig-Kreuz-Münster war sehr gut besucht. Die beiden Künstler, Anna Nesyba (Gesang, Violine) und Christian Bischof (Orgel, Cembalo) präsentierten sich nicht nur absolut virtuos auf ihren Instrumenten, sondern erzeugten in dem fast zweistündigen Konzert eine äußerst dichte und spannungsreiche Atmosphäre.

Das Konzert wurde von Kantor Wolfgang Weis moderiert, der zu einigen Stücken Informationen lieferte. Die Orgelstücke, größtenteils aus der Zeit vor J. S. Bach, und somit selbst für die Musikkenner im Publikum weitgehend Neuland, zeigten sich äußerst vielfältig und bunt, teilweise verspielt und tänzerisch wie die Estampie Retrové aus dem Robertsbridge Codex von 1360, teilseise feurig und extatisch wie die spanische Batalha oder auch die Toccata aus dem Tabulaturbuch von Johann Ulrich Steigleder.

Angenehm erfrischend war der wiederholte Standortwechsel der Künstler zwischen Orgelempore und Chor, von wo die Arien und Stücke mit Cembalo-Begleitung dargeboten wurden. Erfrischend war ebenso der Wechsel zwischen sehr anspruchsvollen Werken wie der Toccata septima von Georg Muffat und leichter verdaulichen Stücken wie den Liedern von John Dowland und Henry Purcell, die von Anna Nesyba sehr ansprechend und souverän vorgetragen wurden.

Beinahe noch größere Souveränität zeigte die Künstlerin im zweiten Teil des Konzertes auf der Violine in Arcangelo Corellis Follia in d-Moll, sowie Johann Sebastian Bachs Sonate in G-Dur. In der Fantasie in f-Moll von W.A Mozart, einem Meilenstein der Orgelliteratur, von diesem ursprünglich für eine Orgelwalze geschrieben, vermochte Bischof einmal mehr mit erstaunlicher spieltechnischer Präzision, sowie gleichzeitig mit dramatisch zupackender Gestaltung die Zuhörer zu fesseln und ließ sie den eher spröden

Klang der Münsterorgel und auch die großen spieltechnischen Herausforderungen des Werkes vergessen.

 

NRWZ | 5. Sommerkonzert im Heilig-Kreuz-Münster Rottweil

 

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Bischof lässt Karhausen-Orgel leuchten

Mit einem grandios farbenreichen Programm brachte Christian Bischof beim zweiten Sommerkonzert in St. Alban die Karhausen−Orgel zum Leuchten. Der junge Würzburger Organist und Christoph−Bossert−Meisterschüler faszinierte das zahlreiche Publikum in der festlich geschmückten Wallfahrtskapelle mit seinem besonderen Gespür für Orgelliteratur und seinem feinen Klangfarbensinn.

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Expedition in die Musikgeschichte

[...] Christian Bischof, erfahren in alter Musik wie in der Romantik, bot beste Voraussetzung für zeitlos gültige Umsetzung eines Stils, wie sie hier praktiziert wurde. Er ließ an der Orgel die Freude dieser Zeit am Experimentieren mit Motiven, mit Verzierungen, durchscheinen, und dies enthob sein Spiel dem Historismus mancher Weggenossen. [...]

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Französische Chor- und Orgelmusik

[...] "Clair de lune" und die Toccata b-Moll aus den Fantasiestücken op. 53 boten Bischof die Gelegenheit,  unterschiedliche Facetten der neuen, im April geweihten Mühleisen-Orgel vorzustellen. - Noch studiert Bischof in der Meisterklasse von Christoph Bossert an der Würzburger Musikhochschule. Technisch souverän und musikalisch eindringlich gestaltete Bischof die Solo-Werke. Man wird noch von ihm hören, in Bamberg und anderswo. [...]

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upcoming recitals

20.05. | Rottweil, Ruhe-Christi-Kirche

03.06. | Rosenheim, St. Nikolaus

24.06. | München, St. Margaret

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